Die Qumran-Rollen ein Jahrhundertfund:
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Was fasziniert so viele Menschen an den Funden von Qumran? Sind sie tatsächlich geeignet, die Grundlagen des christlichen Glaubens zu erschüttern? Oder nutzen hier clevere- Verlage die Sehnsucht nach Skandalen sowie das Interesse an religiösen Fragen aus, um Qumran zu vermarkten?
Vor wenigen Tagen ging in Jerusalem eine Sonderausstellung zu Ende. Sie war zuvor in Wsshington, San Francisco in New York von Millionen v m Menschen besucht worden . In Europa waren diese l)iese berühmten Funde vom Toten Meer für kurze Zeit im Vatikan zu sehen.
Alexander Schlick, Initiator der größten Wander-Bibelausstellung Deutschlands, erhielt eine Sondergenehmigung für eine Fotoreportage im Vatican. Er berichtet: in den Höhlen von Qumran am Toten Meer zwischen 1947 und 1956 antike
Auf sieben riesige Stockwerke verteilt, befindet sich in der Biblioteca Apostelica Valicana eine der ältesten und bedeutendsten Büchersammlungen der Well. Die Mehrzahl der Schriften liegt in Latein oder Griechisch vor - dazu gehört auch eine der ältesten kompletten Bibelabschriften in Griechischer Sprache, der Codex Vaticanus von ca. 525 nach Christus.
Doch von diesen unermeßlichen Schätzen ist während meines Besuchs im Vatikan nur sehr wenig im Ausstellungsraum der Bibliothek zu sehen. Der ganze Saal wurde leergeräumt, um eine auf der Welt einmalige Ausstellung der Israelischen Antikenverwaltung zu präsentieren - die „Schriftrollen vom Toten Meer".
Die Qumranrollen gelten als der größte Fund unseres Jahrhunderts, da in Qumran u. a. die ältesten Bibelhandschriften der Welt entdeckt wurden. Neben elf mehr oder weniger kompletten Rollen fand man die Überreste einer antiken Bibliothek von fast 900 Rollen -alle zerfallen in über 40000 Bruchstücke. Durchschnittsgröße der Fragmente ist ein Fünfmarkstück.
In der Wissenschaft werden die ehemaligen Besitzer der Rollen allgemein mit den Essenern identifiziert, einer jüdischen Religionspartei, die auch zur Zeit Jesu noch existierte. Qumran wird als eines ihrer Hauptzentren angesehen. Man fand bei den Ausgrabungen sogar noch die Tintenfässer, mit deren Hilfe etliche der Rollen beschrieben wurden. Für die kompletten Schriftrollen erbauten die Israelis 1965 ein eigenes Museum - den Schrein des Buches - auf dem Gelände des Israelmuseums in Jerusalem. Die Fragmente hingegen werden bis heute von Wissenschaftlern in den Magazinen des Rockefeller-Museums (Nähe „Gartengrab") im ehemaligen „Ost-Jerusalem" bearbeitet. Bis 1967 lag die Aufsicht über die Arbeiten in den Händen eines internationalen Gelehrtenteams der Jordanischen Altertumsverwaltung.
Seit dem 6-Tage-Krieg und der Wiedervereinigung Jerusalems 1967 hat allein die Israelische Antikenverwaltung die Oberaufsicht über die Bearbeitung der Qumranrollen, die auf Mikrofilm und Microfiche heute jedem Zugänglich sind.
In Deutschland hat die „Verschlußsache Jesus" besonders großes Aufsehen erregt. Weltweit hat sich dieses dubiose Machwerk- (noch nicht einmal die Bildunterschriften stimmen in diesem Buch!) - in der englischen Originalversion lediglich 50000 mal verkauft. In Deutschland hingegen gingen 8OOOOO Exemplare über den Ladentisch!
Der englische Titel lautet „The Dead Sea Scrolls Deception", zu deutsch: .,Betrugsache Tote-Meer-Rollen'.Bei uns wurde die „Betrugssache'' in eine „Verschlußsache Jesus" umbenannt und verkaufte sich blendend. Nicht zuletzt unter dem Eindruck solcher unwissenschaftlichen Qumran-Beststeller sah sich die Israelische Antikenverwaltung genötigt,in die Offensive zu gehen und präsentiert ihre antiken Schätze nun der Weltöffentlichkeit.
Die Ausstellung der berühmten Funde aus der Judäischen Wüste im Vatikan war aber in mehrfacher Hinsicht eine Senstion. Zum ersten mal wurden diese Qumranhandschriften in Europa gezeigt. Die Rollen waren dierekt aus Amerika mit einer Sondermaschine eingeflogen worden.
Ob allerdings die Ausstellung im Vatikan den Besuchern helfen konnte, die Qumranrollen in ihrer Bedeutung richtig einzuordnen, bleibt für mich fraglich. Zwar wurden dort liebevoll in besonders versiegelten und klimatisierten Vitrinen zwölf kostbare Schriftrollenfragmente ausgestellt sowie etliche Funde von den Ausgrabungen in Qumran - u. a. zweitausend Jahre alte Silbermünzen, Schalen, Öllampen und Leinentücher, die um die Rollen gewickelt waren, - aber die erklärenden Texte setzten schon ein solides Grundwissen voraus und waren etwas knapp gehalten.
Während ich meine Photos machte, hörte ich die unmöglichsten Kommentare, besonders von vorbeigehenden deutschen Touristen. Eine Frau meinte zu ihrer Gruppe: „Aufgrund der hier ausgestellten Rollen weiß man, daß Jesus verheiratet gewesen ist, Kinder hatte und sich später scheiden ließ." Eine andere Frau aus Kanada meinle: „In Amerika wurde uns erzählt, daß sich im Geheimarchiv des Vatikans sieben originale Tonkrüge aus den Qumranhöhlen befinden. Die darin liegenden Schriltrollen durfte bis heute keiner öffnen, da ihr Inhalt die Kirche zum Einsturz bringen würde. Die Tonkrüge hätte man direkt nach dem Fund in die Archive des Vatikans gebracht. Weder die Beduinen noch die Wissenschaftler durften die Rollen aus den Krügen herausnehmen, um sie zu öffnen."
Ich glaubte, nicht richtig zu hören! Solche absoluten Falschmeldungen werden aufgrund von „Verschlußsache" und Büchern desselben Genre überall verbreitet. Der Dame aus Kanada konnte ich die wahre Geschichte der Qumranfunde erzählen und sie aufklären, daß sich die ,Story' von den Tonkrügen in den Vatikanarchiven zwar spannend anhört, aber nur der Phantasie der „Regenbogenpresse" zu verdanken ist.
Dabei verdienen die Funde vom Toten Meer eine ganz andere Beachtung. In den Qumranhöhlen wurden Bibeltexte gefunden, die 1000 Jahre älter sind als alle bisher bekannten hebräischen Bibelhandschriften. Ein Vergleich der Qumranbibelrollen mit den mittelalterlichen Handschriftcn ergibt:
Nur in ganz wenigen, ziemlich belanglosen Kleinigkeiten lassen sich Unterschiede feststellen. „Die Funde vom Toten Meer stellen den jüdischen Abschreibern ein Berufszeugnis aus, wie es vorzüglicher nicht sein könnte", so einer der führenden deutschen Qumranforschcr, Prof. H. Stegemann.
Eine „Verschlußsache Jesus" hal es NIE gegeben! Alle Fragmente sind heute jedem Interessierten auf Microriche oder Mikrofilm zugänglich!
Die 11 kompletten Schriftrollen sind schon seit Jahrzehnten in wissenschaftlichen Editionen als Faksimilebände veröffentlicht. Große Probleme bereiteten den Wissenschaftlern aber die weit über 40.000 (!) Fragmente (die Überreste von fast 900 Rollen), die man zu sinnvollen Texten rekonstruieren sollte. Um dieses "Um dieses gegantische Puzzle zusammenzusetzen, wurde unter Federführung der Jordanischen Altertumsverwaltung in den 50er Jahren ein siebenköpfiges internationales Gelehrtenteam nach Ost-Jerusalem geholt. Damit sich unsere Leser und Leserinnen eine Vorstellung von der schwierigen Arbeit an den Schriftrollenfragmenten machen können, zieht Universitätsprofessor Dr. Claus-Hunno Hunzinger, der damals als einziger deutscher Forscher in dem Team arbeitete, einen Vergleich: „Nehmen Sie 600 Hefte der Zeitschrift ENTSCHEIDUNG, zerreißen Sie die Hefte in kleinste Fetzen, mischen Sie alles gründlich und - das ist das Schlimmste - verbrennen Sie 80% der Fragmente. Aus dem Rest rekonstruieren Sie die Hefte und deren Inhalt. Genau das war unsere Arbeit an den Fragmenten - nur hatten wir es mit unvokalisierlen hebräischen und aramäischen Texten zu tun. Texte, die größtenteils bisher völlig unbekannt waren.
Die Arbeit war mühsam und ging nur schrittweise voran. Und doch ließ sich in sorgfältiger Kleinarbeit das Material nach den verschiedenen Schreiberhändcn auseinandersortiercn, Zusammengehöriges zusammenfugen und der Inhalt der so ermittelten Handschriften bestimmen.
Aber die Funde hörten nicht auf, und die Beduinen brachten immer neue Fragmente. Sie zu zählen war nicht möglich: Es waren Zigtausende! Manche nicht größer als eine 10-Pfennig-Briefmarke. Einige meiner damaligen Kollegen arbeiten heute noch an den Fragmenten. Das sind nun mehr als 40 Jahre! Für sie ist daraus ein Lebenswerk geworden. Die christliche Lehre wird durch die Schriftrollen von Qumran nicht bedroht. Der Fund ist vielleicht der spektakulärste überhaupt, aber er stellt nichts in Frage."
Vor wenigen Tagen sind die wilden Theorien von „Verschlußsache Jesus" auch durch eine radioaktive Untersuchung widerlegt worden. Bereits vor fünf Jahren halte man in Zürich zum ersten Mal einige der Qumranfragmente mit dem modifizierten Carbon-14 Test untersucht. Diese sogenannte AMS (Accelerator Mass Spectroscopy) - Methode benötigt nur 0,5 bis l Milligramm des zu untersuchenden Materials. Ergebnis der Tests in Zürich:
Die hebräischen Schriftrollen Stammen aus dem 5. - l. Jahrhundert vor Christus und können daher gar nichts über Jesus Christus oder das frühe Christentum aussagen. Kritiker wandten ein, daß aber gerade der sogenannte Habakuk-Komrnentar nicht untersucht worden sei - und besonders auf diese kleine Rolle stützten sich die Thesen von „Verschlußsache Jesus". In dem Skandalbuch wird der Habakuk-Kom-mentar in die Zeit des l. Jahrhunderts nach Christus datiert, entgegen der Meinung der Paläographen (Handschriftenkundler), die die Schrift auf ca. 50 vor Christus datieren. Die Israelische Altertumsverwaltung ließ deshalb vor kurzem ebenfalls den Habakuk-Kom-mentar sowie 14 weitere Texte an der Universität von Arizona in Tucson untersuchen. Der radioaktive Test ergab: Der Habakuk-Kommentar wurde zwischen 104 und 45 vor Christus geschrieben - und ist damit also sogar noch um etliche Jahre älter, als man bisher aufgrund der Paläographie angenommen hatte. Die Thesen der „Verschlußsache Jesus" und ihres geistigen Mentors Robert Eisenman sind damit auch naturwissenschaftlich endgültig erledigt - denn Texte, die nachweislich lange vor der Geburt Jesu Christi geschrieben worden sind, können keine Informationen über Jesus, Paulus oder das Urchristentum enthalten!
Die Qumranrollen und das Neue Testament
Es ist sehr zu bedauern, daß durch unseriöse und pseudowissenschaftliche Veröffentlichungen wie „Verschlußsache Jesus", „Jesus von Qumran" oder „Jesus und die Urchristen" die Qumranfunde in ein schiefes Licht geraten sind. Alle diese Bücher halten einer wissenschaftlichen Überprüfung in keiner Weise stand.
Durch die Rollen liegt uns quasi ein Spiegelbild eines Teils der antiken jüdischen Gesellschaft vor. Wir erfahren, wie diese Menschen dachten, ihre Bibel (unser Altes Testament) auslegten und wie brennend sie auf die Erfüllung der messianischcn Prophezeiungen hofften. Durch die zeitliche Nähe zum Wirken von Jesus Christus kommt den Rollen auch eine große Bedeutung für das Verständnis des Neuen Testaments bei - sie werfen in etlichen Fällen ein neues Licht auf die Bibel.
Einige Beispiele sollen dies verdeutlichen: In Matthäus 5,45 sagt Jesus: „Ihr habt gehört, daß gesagt ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen". Haben Sie das Alte Testament schon einmal nach dieser Stelle durchsucht? Sie werden dies so nicht finden. In 5. Mose 19,18 heißt es: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst; ich bin der Herr". Für das Gebot des Feindeshasses aber gibt es weder im Alten Testament noch in der jüdischen Traditionsliteratur einen Beleg. Worauf nimmt Jesus hier also Bezug? Ist diese Passage vom Evangelisten Matthäus vielleicht erdichtet, oder ist diese Aussage korrekt überliefert worden? Wer vertrat so eine Ansicht?
Die Qumrantexte geben darüber Aufschluß. In der sogenannten „Gemeinderegel" aus Höhle l, die das Leben der Essener untereinander genau regulierte, Findet sich die Aufforderung zum Feindeshaß gleich mehrmals. Die Mitglieder der Gemeinschaft werden aufgefordert, „... alle Söhne des Lichtes zu lieben, ... aber alle Söhne der Finsternis zu hassen" (1QS l, 9 und 10). Als Söhne des Lichtes verstanden sich die Essener selber. Alle, die nicht zu ihnen gehörten, wurden zu den Söhnen der Finsternis gerechnet. Diese Forderung der Essener nach dem Feindeshaß war also allgemein in Israel bekannt, stellten sie doch mit 4000 Mitgliedern die zweitgrößte Religionspartei dar. Zum Vergleich: Die Pharisäer hatten 6000 Mitglieder. Gegen dieses Gebot des Feindeshasses wendet sich Gottes Sohn in der Bergpredigt ganz vehement!
Die befreiende Botschaft von Jesus Christus steht in einem scharfen Gegensatz zu den Lehren der Essener, die man mit Asketentum, Gesetzlichkeit, Ritualismus und Exklusivität skizzieren könnte. Bei den Mahlzeiten der Qumranbewohner war es zum Beispiel verboten, daß Krüppel, Lahme oder Blinde daran teilnahmen (iQSa 2, 5-8; Anhang zur „Gemeinderegel"). Die Evangelien dagegen sind voll von Berichten, die schildern, wie Jesus zu den Kranken und Ausgestoßenen der Gesellschaft geht (Lukas 5, 27-57).
Ein anderes Beispiel: Den Essenern war es auch verboten, am Sabbat einen Ochsen aus einer Grube zu holen, in die er hineingefallen war. „Niemand soll dem Vieh am Sabbattage beim Werfen helfen. Und wenn es in einen Brunnen fallt oder in eine Grube, so soll man es am Sabbat nicht wieder herausholen." (Damaskusschrift 11, 16-17) Die Essener haben bestimmt gegen Jesu Feststellung gemurrt, daß „der Sabbat um des Menschen willen geschaffen sei und nicht der Mensch um des Sabbats willen" (Markus 2,27).
Auch der Mensch selbst hat unter der gesetzlichen Interpretation der Essener bezüglich des Feiertagsgebots zu leiden. „Einen lebendigen Menschen, der in ein Wasserloch fällt, oder sonst in einen Ort, soll niemand heraufholen mit einer Leiter oder einem Strick oder einem anderen Gegenstand." (Damaskusschrift 11, 16-17) Wie anders hat dagegen Jesus gehandelt!
Die Berichte der Evangelien zeigen eindeutig, daß unser Herr nicht nur die Lehren der Essener ablehnte, sondern auch ihr Verhalten. Der jüdische Geschichtsschreiber Josephus Flavius über die Essener:
„Öl halten sie für Schmutz, und wenn einer wider seinen Willen gesalbt worden ist, so wischt er seinen Körper ab. Denn eine rauhe Haut zu haben, gilt ihnen als ehrenvoll ..." (Geschichte des Jüdischen Krieges, 8. Kapitel, 5) Jesus dagegen ließ sich von Maria in Bethamen mit kostbarem ÖL salben, weil er sah, daß sie sich nach dem Frieden mit Gott sehnte (vgl. Joh. 12,1-8).
Die Essener und die frühen Christen waren „bibelfeste Leute". Sie kannten ihre Bibel (unser Altes Testament). Das ist der gemeinsame jüdische Mutterboden. Aber die Interpretation desselben Textes ist völlig verschieden.
Hier sind die Qumranrollen ein wahrer Glücksfall. Sie zeigen nämlich, daß die Berichte in den Evangelien und der Apostelgeschichte einem jüdischen Hintergrund entstammen und historisch korrekt überliefert sind.
„Nie hat ein Mensch gesprochen wie dieser"
Bei einem Vergleich der Qumrantexte mit dem Neuen Testament wird aber genauso deutlich, daß Jesus niemals ein Mitglied der Essener war oder gar seine „Lehrjahre" in Qumran verbracht hat (solche Thesen vertritt u. a. der jüdische Religionsphilosoph Pinchas Lapide.)
Es sind zwei Welten, die sich gegenüberstehen: Dort in Qumran die Welt des Gesetzes und der Gesetzlichkeit, in ihrem Bemühen aus eigener Kraft Gott wohlgefällig zu werden; hier in Jesus Christus die Welt der frohen Botschaft mit seiner Verkündigung der Liebe des heiligen Gottes, für die er mit seinem Leben und Sterben selber einsteht.
Wenden wir uns noch einmal dem Feindeshaß zu, den Jesus in der Bergpredigt anspricht. In Matthäus 5 lesen wir ab Vers 44, wie Jesus Christus gebietet: „Ich aber sage euch:
Liebet eure Feinde; segnet, die euch fluchen; tut wohl denen, die euch hassen; bittet für die, so euch beleidigen und verfolgen, auf daß ihr Kinder seid eures Vaters im Himmel". Schon diese eine Stelle zeigt deutlich, daß es unmöglich ist, unseren Herrn nach Qumran zu verfrachten. Die Botschaft von Jesus Christus und die Lehre von Qumran stehen in scharfem Kontrast zueinander.
Die Essener gibt es nicht mehr, und Qumran ist nur noch ein großer Steinhaufen, eine Ruine. Die Botschaft Jesu Christi dagegen gilt unverändert -weltweit - auch nach 2000 Jahren. In der Bibel heißt es:
„Himmel und Erde werden vergehen; aber meine Worte werden nicht vergehen" (Matth. 24,55).
Die Qumrantexte können uns eine Hilfe sein, einiges aus der Zeit Jesu besser zu verstehen. Deshalb haben sie auch für uns Christen eine Bedeutung. Aber inhaltlich bleiben sie, was sie sind: Gedanken im Geist dieser vergehenden, verlorenen Welt, in der sich Menschen ihre Gedanken über Licht und Finsternis machen. Bei Jesus ist das völlig anders.
Er sagt: „Ich bin das Licht der Welt, wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben" (Joh. 8,12).
Jesus Christus übertraf mit seinem Messiasanspruch alle zeitgenössischen Erwartungen. Der Eindruck, den er auf Tausende seiner Zeitgenossen machte - die besser zu urteilen imstande waren als wir - bestätigt sich beim Vergleich der Lehren von Qumran und der Botschaft Jesu Christi erneut:
„Was ist das für eine neue Lehre?" (Mk. l, 27) Es bleibt noch immer wahr, wie es damals war, daß nie ein Mensch gesprochen hat wie dieser." (Joh. 7, 46).
Alexander Schick
Der Autor ist Initiator eines wandernden Bibelmuseums und einer Dokumentationsausstellung über die Qumranfunde mit Faksimiles der berühmten Schriftrollen und Kopien der Tonkrüge. Auf einer Vielzahl von Schautafeln werden die Funde umfassend erklärt.
Die Ausstellung kann ausgeliehen werden. Unverbindliche Informationsunterlagen bei:
Alexander Schick Norderstr. 11 D-25980 Westerland/ Sylt Tel. 04540-9671:
A. Schick sucht außerdem historische Bibeln und Bibelhandschriften für die Ausstellung. Falls Leser alte Bibeln verkaufen oder verschenken und sie einem missionarischen Projekt zur Verfügung stellen wollen, ; wenden sie sich bitte an den Autor.